Der Konsumgüter- und Klebstoffhersteller legt solide Ergebnisse vor, blickt aber vorsichtiger auf das laufende Jahr. Besonders die ersten Monate werden wohl herausfordernd. An der Börse kommt das nicht gut an, die Papiere fallen in einem sowieso schon schwachen Marktumfeld an das Ende des DAX.

Der Konzern aus Düsseldorf ist bekannt für Marken wie Persil oder Schwarzkopf. Diese und andere Produkte verkauften sich im vergangenen Jahr solide. 2024 wuchs der Umsatz nominal um 0,3 Prozent, organisch stand ein Zuwachs um 2,6 Prozent. Dabei stand ein Vorsteuergewinn (Ebit) von 3,1 Milliarden Euro, ein Anstieg um mehr als 20 Prozent. Die entsprechende Marge legte um 2,4 Prozentpunkte auf 14,3 Prozent zu.

Dividende steigt

Unter dem Strich verdiente Henkel bereinigt 5,36 Euro pro Vorzugsaktie, ein Viertel mehr als 2023. Aktionäre profitieren von einer steigenden Dividende: Für 2024 will der Vorstand 2,04 Euro pro Anteil ausschütten, eine Erhöhung um 10,3 Prozent. Darüber hinaus sollen bis spätestens März 2026 eigene Aktien für bis zu eine Milliarde Euro zurückgekauft werden, verteilt auf 800 Millionen für Vorzugs- und 200 Millionen Euro für Stammaktien.

Verhaltener Jahresstart

Der Blick voraus fällt derweil vorsichtig aus: Henkel rechnet mit einem langsameren Start ins Jahr und einer Beschleunigung im Verlauf des Jahres. Dabei stellen sich die Düsseldorfer im laufenden Quartal auf schwächere Geschäfte ein, erwarten Rückgänge bei Umsatz und verkauftem Volumen. Die Verkaufserlöse sollen um zwei bis vier Prozent unter Vorjahr liegen.

Für das Gesamtjahr traut sich der Konzern ein organisches Umsatzwachstum zwischen 1,5 und 3,5 Prozent zu. Die bereinigte Ebit-Marge wird in einer Bandbreite von 14,0 bis 15,5 Prozent gesehen. 

Henkel Vz. (WKN: 604843)

Aktie knickt ein

An der Börse kommen Ergebnisse und Prognose schlecht an, die Papiere verlieren zur Stunde rund zehn Prozent. Damit bildet Henkel das Schlusslicht im DAX, der aktuell rund 1,3 Prozent im Minus notiert.  

Analysten zeigen sich ernüchtert. Experten der Investmentbank Jefferies schrieben von „enttäuschenden“ Ergebnissen im Schlussquartal 2024 und einem „sehr schwachen“ Ausblick auf das laufende Jahresviertel. Kollegen der Citibank hoben die rückläufigen Verbrauchsmengen hervor, die Henkel erwartet. Analysten der RBC sehen Zahlen und Ausblick als Bestätigung für ein herausfordernde Verbraucherumfeld.

Fazit

Während die Jahreszahlen solide ausfielen, hatte der Markt auf einen optimistischeren Ausblick gehofft. Für das laufende Jahr rechnen Analysten im Schnitt mit einem bereinigten Gewinn von 5,70 Euro pro Aktie. Auf der Basis liegt das erwartete KGV nach dem heutigen Rücksetzer bei rund 13,6 und damit unter dem Schnitt der letzten Jahre. Allerdings ist das Jahr auch mit der Unsicherheit verbunden, wie stark sich das Geschäft im Jahresverlauf bessert. Analysten stufen die Papiere mehrheitlich als Halteposition ein.