Auf diesen Rekord hätte Puma gerne verzichtet: Die Aktie verzeichnete am Mittwoch den höchsten Tagesverlust ihrer fast 40-jährgen Börsengeschichte. Mehr als 22 Prozent betrug das Minus. Grund: schlechte Geschäftsaussichten.
Der Kurs sank auf den tiefsten Stand seit neun Jahren. Dabei geht es bereits seit dem Erreichen des Rekordhochs bei gut 115 Euro vor drei Jahren stetig bergab, der letzte größere Absturz liegt nur wenige Wochen zurück. Anders als beim großen Konkurrenten Adidas. Dessen Geschäft wächst deutlich schneller. Puma-Chef Arne Freundt will nun mit verschiedenen Maßnahmen gegensteuern.
Pumas Umsatz ist 2024 sogar gestiegen, um 4,4 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro. Der Gewinn jedoch ist geschrumpft. Ein Überschuss von 282 Millionen Euro blieb übrig, 7,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Auch für dieses Jahr sind die Aussichten laut Freundt mau: Entgegen früherer Aussagen rechnet er jetzt mit sinkenden Ergebnissen. Von 622 Millionen Euro soll das bereinigte operative Ergebnis auf 520 bis 600 Millionen zurückgehen.
Ein Sparprogramm soll gegensteuern, das aber erst einmal kostet. Berücksichtigt man die Aufwendungen, die dadurch entstehen, werden sogar nur 445 bis 525 Millionen erwartet. Unter anderem sollen weltweit 500 Stellen gestrichen werden, etwa 150 in der Zentrale in Herzogenaurach. Außerdem will Freundt die komplexen Strukturen des Konzerns, in dem es beispielsweise unterschiedlichen IT-Systeme gibt, straffen und effizienter machen.
Vor allem aber setzt er auf Marketing. „Es wurde zehn Jahre nicht ausreichend in die Marke investiert“, sagte der Puma-Boss in einem Interview. Er will die Marke höherwertiger positionieren. Große Hoffnungen liegen auf einem neuen Schuh namens „Speedcat“. Erste Verkaufssignale sollen positiv sein. Dennoch sei das Umfeld für Sportartikel derzeit volatil, gerade in den USA und in China sei die Geschäftsentwicklung schwach. Verbraucher sind verunsichert, was auch Branchenführer Nike zu spüren bekommt. Favorit der Anleger in dieser Branche ist daher derzeit eindeutig Adidas.