Der Hersteller von Servicerobotern betrachtet einen längerfristigen Fortbestand des Unternehmens inzwischen nicht mehr als gesichert. Bei den Investoren sorgt die Nachricht für panische Verkäufe. Zuvor haben die US-Amerikaner ihre Jahreszahlen vorgelegt.

Seine Quartals- und Jahreszahlen hat der Hersteller von Produkten wie dem Staubsaugerroboter Roomba heute wie geplant veröffentlicht. Doch die Finanzergebnisse rückten in den Hintergrund, denn das Unternehmen kommunizierte mit den Zahlen auch Zweifel am eigenen Fortbestehen.

Konzernchef Gary Cohen kündigte die größte Produkteinführung des Unternehmens an. Die Neuerscheinungen sollen ab dem kommenden Dienstag in Nordamerika und ausgewählten europäischen Märkten verfügbar sein. Es sei wichtig, dass diese Produkte die Gewinnspanne erhöhen und ab dem kommenden Jahr für Umsatzwachstum sorgen. Zusammen mit der Kostenstruktur soll so die Rentabilität verbessert werden. Allerdings sei ein Erfolg mit Blick auf Nachfrage der Verbraucher, Wettbewerb, makroökonomische Faktoren und Handelsstreitigkeiten nicht garantiert.

Fortbestand nicht gewährleistet

Für iRobot steht viel auf dem Spiel: „In Anbetracht dieser Unklarheiten und der Auswirkungen, die sie auf die Finanzlage des Unternehmens haben können, bestehen erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens, die Unternehmensfortführung für einen Zeitraum von mindestens zwölf Monaten ab dem Datum der Veröffentlichung des konsolidierten Jahresabschlusses 2024 zu gewährleisten“, schrieb iRobot in seiner Pressemitteilung. Die für heute geplante Telefonkonferenz wurde kurzfristig abgesagt.

iRobot (WKN: A0F5CC)

Aktie stürzt ab

An der Börse reagierten Investoren geschockt. Die Aktie bricht um mehr als ein Drittel ein. Zuvor war sie mehrere Monate mehr oder weniger seitwärts gelaufen, hatte in der Spitze aber auch mal für mehr als 100 Euro den Besitzer gewechselt. 

Mittel werden knapp

Die Zahlen des Unternehmens verdeutlichen den Ernst der Lage: Im abgelaufenen Jahr ging der Umsatz um 23,5 Prozent auf rund 682 Millionen Dollar zurück. Dabei stand ein Nettoverlust von 145,5 Millionen Dollar beziehungsweise 4,92 Dollar je Aktie. 

Im abgelaufenen Jahr musste das Unternehmen Betriebskosten von 245,3 Millionen Dollar aufwenden und schreibt Verluste. Der Blick in die Bilanz zeigt: Ende 2024 lagen noch 134,3 Millionen Dollar an Barmitteln und Cash-Äquivalenten in der Kasse. 

Strategische Optionen

Der Vorstand von iRobot prüft bereits strategische Optionen. Diese reichen von der Refinanzierung der Schulden bis zu einem möglichen Verkauf. Eine Veräußerung an den Handelsriesen Amazon scheiterte im vergangenen Jahr am regulatorischen Veto der EU.

Fazit

Dem Unternehmen drohen absehbar die Mittel auszugehen. Die Hoffnungen nun auf neue Produkte zu setzen, erscheint wie ein letzter verzweifelter Versuch, das Ruder doch nochmal rumzureißen. Auch wenn ein Verkauf an einen möglichen Interessenten denkbar erscheint, überwiegen eindeutig die Risiken. Finger weg!