Es tut sich was in Sachen Übernahme bei Gerresheimer: Offenbar konkretisieren sich die Pläne von Warburg Fincus und KKR, den Verpackungshersteller zu übernehmen. Nach Informationen des Finanz- und Wirtschaftsdienstes Bloomberg sollen die Gespräche des Investorenkonsortiums mit den Düsseldorfern weit fortgeschritten sein. 

Die Aktie des MDAX-Unternehmens kann davon am Donnerstag vormittag allerdings nicht profitieren. Im insgesamt schwachen Marktumfeld verliert der Titel etwa zwei Prozent.

Laut Bloomberg könne eine endgültige Einigung noch Wochen dauern. Auch dass der Deal scheitere, sei nicht ausgeschlossen. Andere potenzielle Interessenten, wie etwa Bain Capital sollen ausgestiegen sein, berichtete der Finanzdienst unter Berufung auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seien. Gerresheimer, ein Verpackungsspezialist für Pharma- und Kosmetikhersteller, war im Februar in den Fokus von Private-Equity Investoren gerückt

Indes sieht Berenberg den Titel unverändert als Kauf mit Kursziel 110 Euro. Bei der Privatbank stuft man den jüngsten Ausblick der Rheinländer auf das laufende Jahr als durchwachsen ein, allerdings spreche der Bewertungsabschlag gegenüber Wettbewerbern weiter für eine Kaufempfehlung.

Gerresheimer hatte zunächst während der Covid-19-Pandemie stark von der hohen Nachfrage nach Fläschchen für Corona-Impfstoffe profitiert. Der Boom von GLP1-Präparaten zur Behandlung von Diabetes und Adipositas hatte dem MDAX-Mitglied einen neuerlichen Schub beschert: Das Unternehmen stellt Spritzen zur Injektion dieser Medikamente her. Im September 2024 veröffentlichte Gerresheimer allerdings eine vom Markt bereits seit längerem befürchtete Gewinnwarnung.

Gerresheimer (WKN: A0LD6E)

Fazit

Die Aussicht auf eine potenzielle Übernahme stützt den Aktienkurs, allerdings besteht das Risiko, dass die Verhandlungen scheitern.