Der wertvollste Elektroautobauer hat im Auftaktquartal deutlich weniger Fahrzeuge verkauft als im Vorjahreszeitraum. Neben der Überarbeitung des Bestsellers Model Y dürfte dazu vor allem Chef Elon Musk beigetragen haben. Die Aktie fährt zunächst im Rückwärtsgang, doch schafft dann die Wende.
Der Elektroautopionier Tesla muss bei seinen Absatzzahlen einen merklichen Dämpfer hinnehmen: In den ersten drei Monaten des Jahres setzten die Texaner 336.681 Fahrzeuge ab, gegenüber dem Auftaktquartal 2024 ein Rückgang um 13 Prozent. Gänzlich überraschend kommt das nicht: Monatliche Zahlen aus Deutschland oder Frankreich deuteten zuletzt bereits auf schwächere Verkäufe hin.
Die Ergebnisse enttäuschen dennoch: Dem Börsendienst Bloomberg zufolge hatten Analysten im Schnitt mit mehr als 390.000 verkauften Einheiten gerechnet. Darüber hinaus ist es für Tesla das schwächste Jahresviertel seit dem zweiten Quartal 2022.
Musk als Belastung?
Ein Grund dafür ist wohl auch die Umstellung auf die überarbeitete Version des Model Y, das meistverkaufte Auto des Unternehmens. Die Optimierung des Produktionsprozesses drückt auf die Mengen. Im diesjährigen Auftaktquartal liefen bei Tesla insgesamt 362.615 Fahrzeuge vom Band, vor einem Jahr waren es noch mehr als 430.000 gewesen.
Ein Belastungsfaktor dürfte aber definitiv auch Tesla-Lenker Elon Musk sein. Seine Rolle in der US-Regierung, der entschlossene Personalabbau in der US-Bundesverwaltung oder die offenkundige Sympathie mit rechten Parteien in Europa verschrecken Käufer.
Aktie mit Schwankungen
Bei Investoren sorgen die Absatzzahlen für Enttäuschung. Die weiter ambitioniert bewertete Tesla-Aktie gab zunächst mehr als fünf Prozent nach. Seit Jahresbeginn verloren die Papiere mehr als ein Drittel im Wert, allerdings von hohem Niveau aus. Die Nähe von Musk zum US-Präsidenten Trump hatte die Aktie seit dessen Wahl kräftig beflügelt. Dabei schwang auch die Hoffnung mit, dass die Genehmigung für das angestrebte Robotaxi-Geschäft leichter zu erreichen ist.
In der Folge drehte die Aktie dann aber wieder ins Plus: Grund dafür waren wohl vor allem unbestätigte Berichte aus den USA, wonach Musk das Department of Government Efficiency (DOGE) in naher Zukunft verlassen könnte. Bei Investoren kam das gut an. Die Hoffnung dürfte hierbei sein, dass sich der Chef dann wieder stärker auf Tesla fokussieren kann. Die massive Zollankündigung von Trump drückte die Aktie dann aber wieder ins Minus.
Fazit
Nachdem 2024 bei Tesla der erste Absatzrückgang seit über einer Dekade stand, setzt sich die Schwäche im Kerngeschäft fort. Der polarisierende Firmenlenker Musk scheint sich mehr und mehr auf das Geschäft auszuwirken. Dass er sich nach dem möglichen Ende im DOGE wieder stärker dem Elektroautobauer widmen kann, wäre dennoch positiv zu werten. Ein gewichtiger Teil der hohen Bewertung von Tesla dürfte weiter auf der Hoffnung basieren, dass Tesla absehbar ein Geschäft mit Robotaxis an den Start bringt. Für Juni kündigte Musk den Start in Texas an. Der nächste Härtetest wartet derweil bereits in drei Wochen, wenn Tesla am 22. April seine Quartalszahlen vorlegt. Die heutigen Verkaufszahlen stimmen dafür nicht wirklich zuversichtlich.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.