Die US-Großbank JP Morgan hat schon einmal in die Zukunft geschaut, was sich im Eurostoxx 50 tun dürfte: Welche Aktien aufsteigen - und welche rausfliegen
Die US-Bank JPMorgan hat kürzlich mögliche Änderungen im EuroStoxx 50 Index analysiert und hält die Aufnahme dreier deutscher Unternehmen für wahrscheinlich. Demnach könnten Rheinmetall, die Deutsche Bank und Siemens Energy im September in den Eurozonen-Leitindex aufgenommen werden. Analyst Pankaj Gupta von JPMorgan betont jedoch, dass es im Juni aufgrund der strengeren Kriterien der außerordentlichen Überprüfung voraussichtlich noch nicht für eine Aufnahme von Rheinmetall reichen wird. Als potenzielle Abstiegskandidaten aus dem EuroStoxx 50 nennt Gupta den französischen Luxusgüterhersteller Kering, den ebenfalls in Frankreich ansässigen Spirituosenhersteller Pernod Ricard sowie den Automobilkonzern Volkswagen. Index-Änderungen sind insbesondere für Fonds von Bedeutung, die Indizes nachbilden, da sie ihre Portfolios entsprechend anpassen müssen, was kurzfristig Einfluss auf die Aktienkurse der betroffenen Unternehmen haben kann.
Die Überprüfung des Euro Stoxx 50 erfolgt durch STOXX Ltd., eine Tochtergesellschaft der Deutschen Börse. Ziel ist es, sicherzustellen, dass der Index stets die 50 wichtigsten börsennotierten Unternehmen der Eurozone repräsentiert. Die reguläre Überprüfung findet einmal jährlich im September statt, während zusätzliche vierteljährliche Anpassungen im März, Juni und Dezember nur bei besonderen Ereignissen vorgenommen werden, etwa bei Fusionen oder Insolvenzen. Die Auswahl der Unternehmen basiert primär auf ihrer Free-Float-Marktkapitalisierung, also dem Börsenwert der tatsächlich frei handelbaren Aktien. Zusätzlich spielt das Handelsvolumen eine Rolle, wobei die Marktkapitalisierung das entscheidende Kriterium bleibt. Um die Dynamik des Marktes zu berücksichtigen, gibt es Fast-Entry- und Fast-Exit-Regeln: Falls ein Unternehmen plötzlich zu den 25 größten börsennotierten Unternehmen der Eurozone gehört, kann es sofort in den Index aufgenommen werden. Umgekehrt wird ein Unternehmen, das aus den Top 75 herausfällt, frühzeitig entfernt.
Bei der regulären Anpassung wird sichergestellt, dass nur die 50 größten Unternehmen im Index verbleiben. Falls ein bereits gelistetes Unternehmen nicht mehr zu den 40 größten gehört, wird es durch ein wirtschaftlich bedeutenderes ersetzt. Die Gewichtung der Unternehmen innerhalb des Index erfolgt nach der Free-Float-Marktkapitalisierung, wobei eine Einzelaktie maximal zehn Prozent des Indexwerts ausmachen darf. Sollte diese Grenze überschritten werden, wird die Gewichtung bei der vierteljährlichen Überprüfung entsprechend reduziert.
Fazit
Behält JP Morgan Recht, dann würde der Anteil der deutschen Unternehmen im Euro Stoxx 50 im September ansteigen. Das zeigt, wie stark sich der DAX in den letzten Wochen entwickelt hat. Gleichzeitig würde der Rauswurf von VW dokumentieren, wie schwierig die Situation der Automobilhersteller in Europa ist.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz..