Der kriselnden IT-Dienstleister aus Frankreich kann zwischen mehreren Offerten wählen. Eine Entscheidung soll zeitnah fallen. 

Wie die Franzosen mitteilten, liegen Finanzierungsvorschläge von vier Parteien auf dem Tisch. Neben einer Gruppe von Anleihegläubigern und Banken haben auch die Investmentgesellschaft Bain Capital, der größte Einzelaktionär Onepoint sowie die Investmentgesellschaft EP Equity Investment zusammen mit dem Vermögensverwalter Attestor ihre Angebote für eine Übernahme eingereicht. EP Equity Investment wird vom tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky kontrolliert, der sich zuletzt in die schwächelnden Stahlsparte von Thyssenkrupp eingekauft hat. 

Wie Atos mitteilte, werde man das Angebot von Bain Capital jedoch nicht weiterverfolgen, da dieses nicht den erklärten Zielen des Unternehmens entspricht.  Bis Ende des Monats soll eine für die Gläubiger akzeptable Lösung für die finanzielle Umstrukturierung gefunden werden und bis Juli eine endgültige Vereinbarung stehen. 

Geld benötigt, massive Verwässerung droht

Unabhängig davon, wer den Zuschlag erhält, werde sich die Kapitalstruktur wohl radikal verändern und die Ausgabe neuer Anteile zu einer massiven Verwässerung bestehender Anteilseigner führen, teilte Atos mit. Das hoch verschuldete Unternehmen aus Paris hat sich neue Kredite über 100 Millionen Euro gesichert, zudem laufen Verhandlungen über die Aufnahme neuer Schulden. Im vergangenen Monat teilte Atos man, es benötige 600 Millionen Euro an Barmitteln zur Finanzierung der Geschäfte im Zeitraum 2024/25. 

ATOS (WKN: 877757)

Darüber hinaus führt Atos Gespräche mit dem französischen Staat über eine Übernahme von Teilen des Geschäftsbereiches Big Data & Security (BDS). Diese werden von der Regierung mitunter als strategisch wichtig eingeschätzt. An dem Geschäftsbereich BDS zeigte zu Jahresbeginn erneut der weltgrößte Flugzeugbauer Airbus Interesse, ein Deal kam jedoch nicht zustande. 


Fazit

Für die notwendige Restrukturierungen von Atos zeichnet sich eine Lösung ab. Wie diese konkret ablaufen wird, dürfte davon abhängen, wer letztendlich den Zuschlag erhält. Bei der ohnehin gebeutelten Aktie (96 Prozent Wertverlust in den letzten drei Jahren) droht obendrauf eine weitere Verwässerung.