Dass die weltweite Automobilbranche in der Krise steckt, ist kein Geheimnis. Insofern ist es auch keine große Überraschung, dass Continental weiter sparen muss. Dennoch werfen Anleger die Aktie reihenweise aus den Depots: um bis zu acht Prozent geht es am Dienstag vormittag für den DAX-Wert nach unten. 

Um 4,1 Prozent auf 39,7 Milliarden Euro ging der Umsatz des Automobilzulieferers und Reifenherstellers im vergangenen Geschäftsjahr zurück. Damit hatte Continental das untere Ende der zweimal reduzierten Prognose geschafft. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) kletterte unter anderem wegen eines starken Reifengeschäfts um 6,6 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Das entspricht einer verbesserten bereinigten EBIT-Marge von 6,8 Prozent. 2023 hatte Continental hier 6,1 Prozent gemeldet.

Der Konzerngewinn erreichte unter dem Strich 1,2 Milliarden Euro und blieb damit stabil gegenüber dem Vorjahr.

„Die insbesondere in Europa schwache wirtschaftliche Entwicklung samt rückläufiger Automobilproduktion sorgte im vergangenen Jahr für deutlichen Gegenwind“, kommentierte Vorstandschef Nikolai Setzer. „Wir fokussieren auf Wertschaffung. Dank der konsequenten Umsetzung dieser Strategie haben wir in diesem anspruchsvollen Umfeld unser Ergebnis weiter verbessert und unsere Jahresziele auf Konzernebene erreicht.“

Für 2025 streben die Niedersachen eine weitere Ergebnisverbesserung an. Der Konzernumsatz soll rund 38,0 bis 41,0 Milliarden Euro erreichen, bei der bereinigten Ebit-Marge hat man sich rund 6,5 bis 7,5 Prozent vorgenommen. Erreicht werden soll dies mit Sparmaßnahmen, denn dass der globale Automarkt wieder in die Erfolgsspur einschwenkt, sieht man in Hannover nicht.

„Unser Ziel ist es, uns 2025 weiter zu verbessern. Unsere Kosten- und Effizienzmaßnahmen wirken. Das ist entscheidend, denn von Marktseite rechnen wir auch in diesem Jahr nicht mit Rückenwind“, sagte Finanzvorstand Olaf Schick.

Während die Reifensparte „Tires“ profitabel ist, ist die Autozuliefersparte seit langem das Sorgenkind des Konzerns. Continental hat hier bereits mehrere Tausend Stellen eingespart und will den Bereich bis Ende des Jahres an die Börse bringen, sofern die Hauptversammlung den Plänen zustimmt. Damit würde das Unternehmen nur noch as dem Reifengeschäft und der Kunststofftechniksparte „Contitech“ bestehen.

Continental (WKN: 543900)

Fazit

Die Tatsache, dass die Dividende um 0,30 Euro auf 2,50 Euro je Aktie steigen soll, konnte Anleger nicht über den schwachen Ausblick hinwegtrösten. Geopolitische Risiken und Zoll-Debatten lassen den Wert derzeit ebenfalls nicht attraktiv wirken.