Schon im Vorfeld der Zahlen zum dritten Quartal hatte die Oracle-Aktie nachgegeben. Offensichtlich befürchteten Anleger, dass sich die großen Hoffnungen auf Künstliche Intelligenz als Wachstumstreiber nicht ganz erfüllen würden. Und tatsächlich. Der SAP-Rivale verfehlte die Erwartungen und überzeugte beim Ausblick ebenfalls nicht.

 Die Aktie rutschte an der US-Börse ab. Ein schlechtes Omen für SAP?

Indes boomt vor allem das Cloud-Infrastruktur-Segment von Oracle, denn die Nachfrage nach Rechenleistung unter anderem für Projekte in Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz ist enorm. Der Bereich verbuchte einen Umsatzsprung um 49 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 2,7 Milliarden Dollar.

Nicht zuletzt kooperiert der US-Konzern im Bereich der Rechenzentren rund um das Projekt „Stargate“ mit dem ChatGPT-Erfinder OpenAI und dem Tech-Investor Softbank. „Wir liegen im Zeitplan, um unsere Rechenzentrumskapazität in diesem Kalenderjahr zu verdoppeln“, so Oracle-Gründer und Technologie-Chef Larry Ellison in einer Mitteilung. „Die Kundennachfrage ist auf Rekordniveau.“

Doch konzernweit legte der Umsatz lediglich um sechs Prozent auf 14,3 Milliarden Dollar zu, während Marktteilnehmer mit 14,39 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Der Nettogewinn stieg um 22 Prozent auf 2,94 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte zwar 1,47 Dollar. Der Markt hatte aber mit 1,49 Dollar je Anteilsschein gerechnet.

Für das laufende Quartal erwartet Oracle ein Umsatzwachstum zwischen acht und zwei Prozent. Analysten hatten hier aber mit plus elf Prozent auf 15,91 Milliarden Dollar gerechnet. Beim bereinigten Gewinn je Aktie stellt der Spezialist für Unternehmenssoftware 1,61 bis 1,65 Dollar in Aussicht. Analysten hatten 1,79 Dollar je Aktie auf dem Zettel.

Indes hat auch die SAP-Aktie in den letzten Wochen spürbar korrigiert. Vor wenigen Tagen hatte sich die DZ Bank skeptisch geäußert und den DAX-Wert von "Halten" auf "Verkaufen" abgestuft. Der faire Wert wurde von 248 auf 210 Euro gesenkt – das wäre gegenüber dem aktuellen Niveau ein Minus von zwölf Prozent. Das Geldinstitut nannte unter anderem die Politik Donald Trumps als Risiko für das US-Geschäft der Walldorfer.

SAP (WKN: 716460)

Fazit

Die SAP-Aktie hat sich von ihrem Rekordhoch im Bereich 280 Euro deutlich entfernt. Auch dem DAX hinkt sie hinter. während der Leitindex in diesem Jahr rund 13 Prozent gewann, tritt das Papier mehr oder weniger auf der Stelle.