Die Lufthansa hat für 2024 einen Gewinneinbruch vermeldet, schreibt im Tagesgeschäft rote Zahlen und steht nach eigener Einschätzung vor einem Jahr der Konsolidierung. Börse spekuliert über Veränderungen an der Konzernspitze. Aktie steigt nach positiven Analystenkommentaren.

Die größte deutsche Airline hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinneinbruch erlitten. Wegen höherer Kosten, gesunkener Ticketpreise und Streiks ist der operative Gewinn vor Sonderposten auf 1,6 (Vorjahr: 2,7)  Milliarden Euro eingebrochen. Die operative Marge ging auf 4,4 (Vorjahr: 7,6) Prozent zurück. Die Kernmarke Lufthansa schrieb im Tagesgeschäft operativ sogar rote Zahlen. Dagegen konnten die Wartungssparte Lufthansa Technik und die Frachttochter Lufthansa Cargo ihren operativen Gewinn steigern.

Der Umsatz des MDAX-Konzerns stieg im abgelaufenen Jahr um sechs Prozent auf 37,6 Milliarden Euro. Die Zahl der Passagiere kletterte um sieben Prozent auf insgesamt 131 Millionen. Es sei das umsatzstärkste Jahre der Konzerngeschichte gewesen mit einer neuen Rekordauslastung, erläuterte Vorstandschef Carsten Spohr. Die Aktionäre sollen eine unveränderte Dividende von 0,30 Cent je Aktie erhalten. 

Lufthansa-Chef Carsten Spohr zufolge soll es im laufenden Jahr wegen des bereits angekündigten Sanierungsprogramms ein ”signifikant besseres Ergebnis" geben. Dennoch sei 2025 ein Jahr der Konsolidierung, erklärte das MDAX-Unternehmen. Dabei soll das Flugangebot um vier Prozent ausgebaut werden. 2024 hatte das Flugangebot rund 91 Prozent des 2019er Vor-Corona-Niveaus erreicht, wie der Konzern mitteilte. Analysten zufolge lagen die Zahlen für Umsatz und operatives Ergebnis über den Markterwartungen. JP Morgan empfiehlt für die Aktie untergewichten, RBC rät zum Halten und hob insbesondere die für 2025 angepeilte Ergebnisverbesserung positiv hervor. Auch Goldman Sachs sprach insgesamt von einer „positiven Botschaft".  Vor allem das vierte Quartal sei besser als erwartet. 

Fazit

Das durchwachsene Zahlenwerk und unerwartete Veränderungen im Aufsichtsrat sorgen unterdessen an der Börse für Spekulationen. So hat Lufthansa inzwischen mitgeteilt, dass der frühere Konzernmanager Alexis von Hoensbroech in das Kontrollgremium geholt werden soll. Von Hoensbroech ist derzeit CEO der kanadischen Airline Westjet. Er soll die Nachfolge des früheren Airbus-Chefs Thomas Enders antreten, der das Gremium auf eigenen Wunsch verlasse, wie es hieß. Enders galt lange Zeit als Nachfolger von Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley. An der Börse gibt es Spekulationen, dass von Hoensbroech Kley 2026 als Aufsichtsratschef ablösen könne. Anderen Spekulationen zufolge sei er sogar ein potenzieller Nachfolger für Lufthansa-Chef Carsten Spohr, dessen Vertrag Ende 2028 ausläuft.


Deutsche Lufthansa (WKN: 823212)

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